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Pro Aging: Warum Älterwerden kein Verlust ist, sondern ein Gestaltungsraum

„Ach, du bist 58 Jahre jung!" – Nein. Ich bin 58 Jahre alt. Denn jung ist nicht besser als alt.

Dieser Satz klingt simpel. Und er ist gleichzeitig eine kleine Revolution. Denn wir leben in einer Gesellschaft, die Jugend als Maßstab setzt und Alter als Abweichung behandelt. Das Pro Aging Movement dreht diesen Blick um. Nicht als Trotzreaktion, sondern als echte Haltung: Ich gestalte mein Älterwerden aktiv, ohne mich dabei zu bekämpfen.

Was Pro Aging wirklich bedeutet

Pro Aging ist mehr als ein Beauty-Trend oder ein Marketingbegriff auf Cremetiegel. Es ist eine Lebenshaltung. Eine, die sagt: Jedes Lebensjahr hat Wert. Nicht trotz der Veränderungen, die es bringt, sondern mit ihnen.

Das bedeutet nicht, dass alles leicht ist. Oder dass man immer strahlen muss. Es bedeutet, dass man aufhört, das eigene Älterwerden als Problem zu behandeln, das gelöst werden muss.

Pro Aging Gesellschaft heißt: Wir brauchen Bilder, Stimmen und Geschichten von Frauen, die nicht so tun, als wären sie noch 35. Sondern die zeigen, was 55, 60 oder 70 wirklich bedeuten kann. Mehr Klarheit. Mehr Selbstkenntnis. Mehr Mut, unbequeme Wahrheiten auszusprechen.

Der Prozess, nicht der Moment

Wer auf den einen Moment wartet, in dem alles klar wird und man sich plötzlich gut mit dem Älterwerden fühlt, wartet vergeblich. Es ist ein Prozess. Oft ein langer, manchmal ein schmerzhafter.

Viele Frauen rutschen nach dem 50. Geburtstag in eine Lebenskrise, mit der sie nicht gerechnet haben. Das Gefühl, die eigene Geschichte sei zu Ende erzählt. Die Wechseljahre, die heftiger kommen als erwartet. Die leise Frage: Was soll jetzt noch kommen?

Aus diesem Loch arbeitet man sich heraus. Peu à peu. Und am Ende steht nicht Erleuchtung, sondern etwas Solideres: Selbstbeheimating. Das Gefühl, in guter Gesellschaft zu sein, auch wenn man allein ist.

Selbstannahme beim Altern: Was das wirklich heißt

Selbstannahme beim Altern bedeutet nicht, sich schön zu finden. Das ist eine Unterscheidung, die sich lohnt.

Die Beautyindustrie, die Mode, die Werbung, sie alle sprechen Menschen an, die sich nicht schön finden, und versprechen Abhilfe. Dahinter steckt die Annahme, dass Schönheit ein wichtiger Wert ist, den man anstreben muss. Aber warum eigentlich?

Man kann seinen Bauch mögen, ohne ihn schön zu finden. Man kann sich selbst gerne leiden, ohne die gängigen Schönheitsnormen zu erfüllen. Das ist keine Niederlage, sondern Freiheit.

Und dann gibt es noch die kleinen, konkreten Momente der Selbstannahme, die sich im Alltag zeigen: flache Schuhe tragen und tanzen gehen, ohne schlechtes Gewissen. Bequeme Unterwäsche wählen. Vor Mitternacht ins Bett. Nicht mehr über jeden schlechten Witz lachen.

Dafür bin ich jetzt alt genug. Und das ist gut so.

Pro Aging Beauty: Fürsorge statt Kampf

Pro Aging bedeutet nicht, sich nicht mehr um den eigenen Körper zu kümmern. Im Gegenteil. Es geht darum, die Art der Fürsorge zu verändern: weg vom Kampf gegen das Alter, hin zu einer Pflege, die sagt „Ich kümmere mich um mich."

Das ist ein anderer Ausgangspunkt. Und er verändert alles.

Dazu gehört auch, den Körper zu pflegen. Denn mit den Jahren verändert sich nicht nur das Äußere, Haut, Bindegewebe und Gelenke brauchen andere Aufmerksamkeit als mit 30. Kollagen Plus von Glow25 kann hier ein kleines tägliches Ritual sein: Die Formel liefert neben Kollagenpeptiden auch Vitamin C, Biotin und Zink. 

Ein Ritual, das sagt: Ich bin es mir wert.

Wir sind unsere eigenen Role Models

Frauen ab 50 heute sind eine Generation, die es in dieser Form noch nicht gab. Mit all den Herausforderungen, aber auch mit all den Möglichkeiten. Es gibt kaum Vorbilder, die wirklich passen, weil die Generation davor ein anderes Leben hatte, andere Einschränkungen, andere Spielräume.

Wir schreiben gerade selbst, wie dieses Kapitel aussieht. Wie Frauen mit 55, 60, 65 leben, arbeiten, lieben, scheitern und wieder aufstehen. Wie sie Grenzen setzen. Wie sie aufhören, über schlechte Witze zu lachen, und anfangen, unbequeme Wahrheiten auszusprechen.

Das Pro Aging Movement ist keine Bewegung von oben. Es entsteht in diesen Gesprächen, in diesen Büchern, in diesen Momenten, in denen eine Frau auf einem Podium sagt: Heute geht es mir nicht gut. Und damit mehr ermutigt als jeder Empowerment-Slogan der Welt.

Resignative Reife: Auch das gehört dazu

Pro Aging ist kein dauerhafter Hochgefühlszustand. Es gibt Verluste, die bleiben. Menschen, die gestorben sind. Freundschaften, die zerbrochen sind. Träume, die sich nicht erfüllt haben.

Der Schriftsteller Arnold Retzer nennt das resignative Reife: die Fähigkeit, anzunehmen, dass manche Dinge nicht mehr so werden, wie man sie sich einmal vorgestellt hat. Und dass auch das Schmerzen hat, die für die Ewigkeit sind. Diese Annahme ist keine Aufgabe. Sie ist eine Form von Würde.

Entdecke mehr dazu im Podcast “Glow Up Your Life”

Wenn du tiefer in dieses Thema eintauchen möchtest, hör gerne in die aktuelle Folge “Pro-Aging, einfach gut altern” von Glow Up Your Life rein. Katja Burkard spricht dort mit Ildikó von Kürthy, Bestsellerautorin, Journalistin und eine der klügsten und humorvollsten Stimmen über das ganz normale Leben. In ihrem neuen Buch Alt genug schreibt sie über Selbstzweifel und Selbstermutigung, über Brüche und Neuanfänge, über Panikattacken und Platz-eins-Momente, über Wacken im Regen und Germany's Next Topmodel. Kurz: über alles, womit Frauen in der Lebensmitte wirklich zu tun haben. 

Im Gespräch mit Katja geht es um Älterwerden als Gestaltungsraum, um Würde aus Selbstannahme, um Humor als Form innerer Freiheit und um die Frage, warum wir vielleicht gerade dabei sind, unsere eigenen Role Models zu werden.

Die Folge findest du auf all diesen Podcast-Plattformen:

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