Two girl friends smiling

Freundinnen fürs Leben: Was echte Freundschaft wirklich ausmacht

Männer kommen und gehen, aber Freundinnen bleiben. Dieser Satz klingt nach Kühlschrankmagnet-Weisheit. Und trotzdem steckt so viel Wahrheit darin, dass er einen kurz innehalten lässt. Denn echte Freundschaft ist kein Selbstläufer. Sie braucht Aufmerksamkeit, Ehrlichkeit und manchmal auch den Mut, loszulassen.

Dabei stellt sich eine Frage, die viele Frauen in der Lebensmitte kennen: Warum fühlen sich Freundschaften heute oft tiefer und echter an als früher, obwohl man sich seltener sieht?

Qualität schlägt Quantität – immer 

Früher war Freundschaft einfach. Man hat sich täglich gesehen, stundenlang telefoniert, alles geteilt. Heute ist das Leben voll mit Terminen, To-do-Listen und Verpflichtungen. Und trotzdem können Freundschaften im Alter reifer und tragfähiger werden als je zuvor. Das liegt nicht daran, dass man mehr Zeit hätte. Es liegt daran, dass man gelernt hat, worauf es wirklich ankommt.

Laut einer Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend schützen die Qualität von Kontakten, ihre Verlässlichkeit und emotionale Tiefe stärker vor Einsamkeit als die bloße Häufigkeit von Begegnungen. Gezielte, kleine Kontaktformen wie eine Nachricht, ein kurzes Telefonat oder ein gemeinsames Mittagessen können ausreichen, um echte Nähe zu erhalten. Das bedeutet: Du musst deine beste Freundin nicht jede Woche sehen, um eine gute Freundin zu sein.

Warum Frauen im Alter bessere Freundinnen werden 

Viele Frauen berichten, dass ihre Freundschaften mit zunehmendem Alter tiefer und entspannter werden. Aber woran liegt das?

Ein großer Teil hat mit Konkurrenz zu tun, oder vielmehr damit, dass sie nachlässt. In den 20ern und 30ern schaut man manchmal mit einem kritischen Blick auf andere Frauen: Wie sieht sie aus? Wie erfolgreich ist sie? Hat sie den besseren Job, den attraktiveren Partner?

Mit den Jahren merkt man: Dieser Blick erschöpft. Und er bringt nichts.

Was ihn ersetzt, ist echtes Gönnen. Die aufrichtige Freude über den Erfolg einer Freundin. Das Wissen, dass ihr alle letztlich im selben Boot sitzt. Krisen, Brüche und schwierige Phasen machen verständnisvoller. Und sie verbinden.

Dazu kommt eine neue Gelassenheit, die viele Frauen ab Mitte 40, spätestens ab 50 beschreiben. Eine Art innerliches Wegatmen. Die Fähigkeit, Dinge loszulassen, die früher tagelang beschäftigt hätten. Das macht nicht nur das eigene Leben leichter, es macht auch Freundschaften leichter.

Was echte Freundschaft braucht und was sie nicht braucht 

Ehrlichkeit, auch wenn sie wehtut

Eine gute Freundschaft hält nicht nur schöne Momente aus. Sie hält auch die unbequemen Wahrheiten aus. Die Freundin, die dir sagt, wenn du gerade nicht die beste Version von dir bist. Die, bei der du nicht immer im Mittelpunkt stehst und das gut findest. Gerade Frauen, die viel Lob von außen bekommen, sei es im Job, in der Öffentlichkeit oder durch soziale Medien, brauchen Menschen in ihrem Leben, die sie erden. Die ehrlich sind. Die sagen, was sie denken. Das erfordert Vertrauen. Und das Vertrauen braucht Zeit, oder manchmal auch einfach den richtigen Moment.

Raum für beides: Freude und Schmerz

Echte Freundschaft bedeutet nicht, immer stark und positiv zu sein. Sie bedeutet, dass beide Seiten Raum haben, für Erfolge genauso wie für Krisen. Für die Phasen, in denen es läuft, und für die, in denen alles auf einmal zusammenbricht. Freundschaft, die nur funktioniert, solange alle gut drauf sind, ist keine echte Freundschaft. Die tragfähigen Verbindungen sind die, die auch halten, wenn es schwer wird.

Grenzen setzen ohne schlechtes Gewissen

Gleichzeitig gilt: Du musst nicht für jeden alles sein. Nicht rund um die Uhr erreichbar, nicht immer verfügbar, nicht für jede Freundin die erste Anlaufstelle in jeder Krise. Wer das von dir erwartet und dir Vorwürfe macht, wenn du mal nicht kannst, macht Freundschaft zur Bürde. Gute Freundschaften kennen gegenseitigen Respekt, auch für die Zeit und die Grenzen des anderen. Heute schreibt man eben erst: „Hast du gerade Zeit zum Telefonieren?" Das klingt vielleicht formal, ist aber ein Zeichen von Rücksichtnahme.

Alte Freundschaften, neue Freundschaften und das Loslassen 

Manche Freundschaften begleiten uns ein Leben lang. Die Schulfreundin, die deine Eltern kennt, deine Macken versteht und deinen Werdegang von Anfang an begleitet hat, versteht dich auf eine Art, die keine neue Freundschaft ersetzen kann.

Und trotzdem: Auch neue Freundschaften sind möglich, in jedem Alter. Die nächste Freundin kann buchstäblich um die Ecke warten, beim Sport, im Café, bei der Arbeit oder durch die Kinder. Offen zu bleiben für neue Begegnungen ist eine Fähigkeit, die es wert ist, gepflegt zu werden.

Genauso wichtig ist aber auch: Loszulassen, wenn eine Freundschaft nicht mehr funktioniert. Nicht mit Bitterkeit, sondern mit dem Verständnis, dass sich Menschen und Lebenswege verändern. Manchmal passt es einfach nicht mehr. Und das hat nicht zwangsläufig mit der anderen Person zu tun. Verzeihen, einen Haken dranmachen, weitergehen. Das ist keine Schwäche, sondern Reife.

Drei Dinge, die gute Freundschaften stärken 

  1. Präsenz statt Perfektion: Du musst nicht immer verfügbar sein, aber wenn du da bist, sei wirklich da.

  2. Ehrlichkeit mit Herz: Sage, was du denkst, aber mit Wohlwollen, nicht mit Urteil.

  3. Gönnen üben: Freue dich aufrichtig über den Erfolg deiner Freundin. Es macht euch beide größer.

Interessant? Dann hör rein in Glow Up Your Life!

Wenn du mehr über das Thema erfahren möchtest, hör gerne in die aktuelle Folge “Freunde fürs Leben” von Glow Up Your Life rein. Katja Burkardt spricht dort mit Marlene Lufen über Freundschaft, Vertrauen, Loslassen und das Älterwerden mit Gelassenheit.

Marlene Lufen ist eine der bekanntesten Gesichter des deutschen Frühstücksfernsehens. Seit Jahrzehnten moderiert sie das SAT.1-Frühstücksfernsehen, ist außerdem als Podcasterin aktiv und steht selbst mitten im Leben, als Mutter, als Medienpersönlichkeit und als Freundin. Genau deshalb spricht sie über Freundschaft nicht aus der Theorie heraus, sondern aus echter Erfahrung, mit allen Höhen, Tiefen, Brüchen und dem, was am Ende bleibt.

Die Folge findest du auf all diesen Podcast-Plattformen:

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