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May 29, 2026
Mutterschaft hat kein Verfallsdatum
Mit 41 das erste Kind, mit 44 das zweite. Bärbel Schäfer hat sich für einen Weg entschieden, der nicht dem Drehbuch entspricht, das viele Frauen im Kopf haben. Und sie bereut nichts davon – auch wenn sie sich manchmal fragt, ob sie die Großmutter sein wird, die sie gerne wäre.
Späte Mutterschaft ist längst kein Einzelfall mehr. In ganz Europa werden Frauen heute später Mütter als noch vor zehn Jahren. Und trotzdem wird man als Mama 40 plus manchmal noch schief angeschaut. Das muss nicht sein.
Der Kinderwunsch kommt, wann er kommt
Nicht jede Frau weiß schon mit 20, dass sie Mutter werden möchte. Manche brauchen Zeit, den richtigen Beruf zu finden. Andere warten auf den richtigen Partner. Wieder andere denken schlicht: Ich habe noch Zeit.
Bärbel Schäfer war lange eine von denen, die sich das nicht vorstellen konnten. Das Leben war prall, die Arbeit erfüllend, der Alltag voll. Wie sollte da ein Kind reinpassen? Spielplatz und Stillen neben Produktionen und Reisen?
Und dann kam der Moment, in dem es plötzlich klar war. Nicht weil die Uhr laut tickte, sondern weil der Mensch da war, mit dem sie es sich vorstellen konnte.
Das ist eine Erfahrung, die viele Frauen kennen. Der Kinderwunsch entsteht nicht im Vakuum. Er entsteht im richtigen Kontext, zur richtigen Zeit, mit dem richtigen Menschen.
Was späte Mütter mitbringen
Wer mit 40 Mutter wird, bringt etwas mit, das jüngere Mütter oft noch nicht haben: ein gelebtes Leben. Erfahrung. Klarheit darüber, was wirklich wichtig ist. Und das Gefühl, nichts verpasst zu haben.
Kein FOMO. Keine Ungeduld. Keine heimliche Sehnsucht nach dem Leben davor.
Bärbel Schäfer beschreibt es so: Sie war so entspannt in der Schwangerschaft, dass sie ohne Hechelkurs auskam und mit einsetzenden Wehen noch entspannt auf der Autobahn von Köln nach Frankfurt fuhr. Aus einer inneren Ruhe heraus, die mit den Jahren gewachsen war.
Und auch Katja Burkard, selbst Mutter mit 36 und 42, kennt dieses Gefühl: das Staunen über eine neue Welt, in die man eintaucht. Das bewusste Genießen. Das Zuhausesein mit den Kindern, ohne sich zu fragen, was man gerade verpasst.
Fehlgeburt: Das, worüber kaum jemand spricht
Wer später Mutter wird, kennt oft auch die andere Seite. Die zwei Striche auf dem Test, die Vorfreude, die wächst – und dann die Stille im Ultraschall-Zimmer, wenn ein junger Assistenzarzt die Gesichtsfarbe wechselt und den Raum verlässt.
Fehlgeburten gehören zur Realität vieler Frauen, besonders im späteren Alter. Bärbel Schäfer spricht offen darüber, mit der Ehrlichkeit, die das Thema verdient. Es ist etwas, das bleibt. Ein leises Nachdenken ab und zu: Wie alt wäre das Kind jetzt? Was wäre das für ein Mensch geworden?
Darüber zu reden ist wichtig. Weil zu viele Frauen es alleine tragen.
Der Druck von außen – und wie man damit umgeht
Verwandtschaft, die auf jedem Geburtstag nachfragt. Kommentare, die gut gemeint sind und trotzdem wehtun. Fragen, die übergriffig sind, auch wenn sie das nicht sein wollen.
Wer einen unerfüllten Kinderwunsch hat oder noch nicht weiß, ob und wann sie Mutter werden möchte, braucht keine gut gemeinten Ratschläge. Sie braucht Raum.
Die klarste Strategie: Grenzen setzen. Direkt und freundlich sagen, dass diese Fragen nicht mehr gestellt werden sollen. Und wissen: Wenn es so weit ist, werden alle es früh genug erfahren.
Loslassen – das unterschätzte Kapitel
Das Empty-Nest-Syndrom trifft späte Mütter auf eine besondere Art. Wer mit 40 Mutter wurde, ist Mitte 60, wenn die Kinder ausziehen. Eine Phase, in der man sich neu sortieren muss, in der Partnerschaft, im Alltag, im eigenen Selbstverständnis.
Bärbel Schäfer beschreibt den Moment, als der erste Sohn auszog: die zusammengerollten Teppiche, die Kartons, der Bus mit den Freunden. Die Tür, die sich schließt. Und dann das Weinen, das man sich erst erlaubt, wenn niemand mehr zusieht.
Es ist kein Widerspruch, stolz zu sein und gleichzeitig traurig. Beides darf sein.
Was bleibt, ist die Gewissheit: Man hat etwas geschafft. Kinder großgezogen, Karriere gemacht, alles irgendwie unter einen Hut gebracht. Vielleicht nicht perfekt. Aber mit Humor, mit Liebe und mit einer Menge Pasta.
Mutterschaft ist keine Frage des richtigen Alters
Ob mit 25 oder mit 42: Mutterschaft hat kein Verfallsdatum. Sie ist eine individuelle Entscheidung, die jede Frau für sich treffen darf, ohne schief angeschaut zu werden, ohne Kommentare, ohne gesellschaftlichen Druck.
Manchmal bringt das Leben die Dinge so, wie man sie nicht geplant hat. Und manchmal ist genau das der richtige Moment.
Erfahre mehr über das Thema bei Glow Up Your Life
Wenn du das Gespräch in voller Länge hören möchtest, hör gerne in die aktuelle Folge von Glow Up Your Life “Mutterglück jenseits der 40” rein. Katja Burkard spricht dort mit Bärbel Schäfer, Journalistin, Autorin und einer der bekanntesten Talkshow-Moderatorinnen Deutschlands. Bärbel wurde in den 1990er Jahren einem Millionenpublikum bekannt und steht bis heute für offene Gespräche und gesellschaftliche Themen mit Tiefgang. Mit 41 und 44 wurde sie Mutter – und spricht im Podcast mit der Offenheit und dem Humor, die sie ausmachen, über alles, was dazugehört.
Die Folge findest du auf all diesen Podcast-Plattformen: